Wir sind eine Beratungsstelle für Menschen, die Probleme haben mit dem Jobcenter oder anderen Sozialleistungs-Behörden. Wir helfen kostenfrei und unverbindlich bei allen Fragen zu Sozialleistungen oder unsicheren Beschäftigungsverhältnissen.
Am Freitag, 16. Januar 2026 waren wir auf Einladung des Lokalmagazins der Wüsten Welle beim Freien Radio in Tübingen zum Studiogespräch eingeladen.
Jakob Herrmann, der als Bürgergeld-Betroffener Ende November 2025 ganz neu in den Vorstand des TAT gewählt worden ist und Fabian Everding als langjähriger Sozialberater des Arbeitslosen-Treff konnten eine Stunde lang über die tagesaktuellen Debatten zur sogenannten „neuen Grundsicherung“ sprechen, aber auch grundsätzliches über den TAT und unsere Arbeit erzählen.
Mit Erlaubnis der beiden Lokalmagazin-Redakteurinnen Damaris Kober und Leonie Feil, die das Gespräch mit uns geführt haben, dürfen wir das knapp einstündige Gespräch auch hier im Feed unseres Podcast anbieten, wo es vielleicht mehr TAT-Interessierte zu hören bekommen.
Photo von unserer Adventsfeier (von links nach rechts): Stephan Lippmann, Celina Streb, Jakob Herrmann, Samatha Hillsdorf, Bodo Büchner, Martin Krause, Renate Angstmann-Koch, Fabian Everding, Karl-Ulrich Gscheidle
Liebe Freund*innen, Unterstützer*innen, Kolleg*innen und Mitstreiter*innen des TAT,
ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Wir danken für die Unterstützung und das gute Miteinander und freuen uns auf gute Begegnungen und die weitere Zusammenarbeit im neuen Jahr.
Spenden an unseren gemeinnützigen Verein können von der Steuer abgesetzt werden, daher schreib uns bitte Deine Adresse in den Verwendungszweck, damit wir Dir eine Spendenquittung fürs Finanzamt zukommen lassen können!
Wie vor jeder für uns wichtigen Wahl veranstaltet der Arbeitslosen-Treff auch vor der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg eine „Frühstück plus“- Reihe mit den Direktkandidierenden aus Tübingen.
In lockerer Atmosphäre können sich die Kandidierenden vorstellen und Fragen zu ihrer Person und ihrem Programm beantworten.
Mittwochs von 10 bis 12 Uhr erwarten uns die Kandidierenden der großen demokratischen Parteien an diesen Terminen:
Aufruf zur Kundgebung:
Gegen Sozialabbau und Stigmatisierung armer Menschen
Der Herbst der sozialen Kälte hat begonnen. Die neue Sozialreform ist kein Fortschritt, sondern ein Angriff auf uns alle: Auf jene, die unbezahlte Care-Arbeit leisten, auf die Beschäftigten im Niedriglohnsektor, auf Menschen im sozialen Bereich. Was uns als Reform verkauft wird, ist in Wahrheit ein weiterer Schritt in Richtung sozialer Härte, Lohndruck und Entrechtung.
Geplant sind verfassungswidrige Sanktionen, die Menschen in einem der reichsten Länder der Welt das Existenzminimum entziehen. Schon heute müssen viele Eltern am Ende des Monats hungern, damit ihre Kinder satt werden. Die Änderungen bei Wohnen und Arbeitsvermittlung zeigen, wie weltfremd diese Politik ist. Die Karenzzeit soll abgeschafft und der Vermittlungsvorrang wieder eingeführt werden – ein Relikt der Agenda 2010, das schon damals zu mehr Druck, aber nicht zu mehr Arbeit geführt hat.
Stattdessen bräuchte es endlich eine gerechte Wohnraumpolitik, bezahlbare Mieten und einen funktionierenden Mietendeckel. Während Weiterbildung und Qualifikation eigentlich oberste Priorität haben müssten, kehrt mit dem Vermittlungsvorrang das alte Prinzip von Misstrauen, Kontrolle und Schikane zurück. Parallel dazu denken einige bereits über eine Erweiterung der Bezahlkarte nach, die sie gerne auf weitere Sozialleistungen ausweiten würden.
Diese Politik verfolgt nur ein Ziel: Die Rechte von Arbeitnehmer*innen weiter zu schwächen, den Lohn niedrig zu halten und Menschen in prekäre Beschäftigung zu drängen. Sie entzieht Gewerkschaften und Beschäftigten die Verhandlungsmacht, weil die Angst vor Jobverlust allgegenwärtig ist. Schon wird über die Abschaffung des Achtstundentages und weitere Einschnitte der Arbeitnehmerrechte diskutiert. Und wofür? Für ein paar Millionen Einsparungen, während gleichzeitig 100 bis 200 Milliarden Euro jährlich durch Steuerhinterziehung einiger Milliardäre und großer Konzerne verloren gehen. Diese Reform ist Umverteilung von unten nach oben, kein Problem wird dadurch gelöst, aber viele neue geschaffen. Während Merz und seine Regierung den Sozialstaat für „nicht mehr finanzierbar“ erklären, werden die Reichen weiter geschont, Klimaschutz als „zu teuer“ dargestellt und die Jugend ins Militär gedrängt. Es ist ein schäbiger Versuch, die Armen gegen die noch Ärmeren auszuspielen, Arbeitende gegen Erwerbslose, Einheimische gegen Zugewanderte.
Wir sagen: Es reicht! Wir lassen uns nicht spalten. Wir stehen zusammen – für gute Arbeit statt Druck und Angst, für Ausbildung statt Strafe, für faire Löhne statt Reallohnverlust, für Respekt gegenüber Care-Arbeit und sozialen Berufen und für einen Sozialstaat, der trägt statt straft. Wir sind viele, und wir lassen uns nicht einschüchtern.
Für Würde, Solidarität und soziale Gerechtigkeit – gegen soziale Kälte und Stigmatisierung armer Menschen!
Am Mittwoch, 10.09.25, berichtet Martin Drumm um 10 Uhr beim Frühstück plus von seinen Erfahrungen auf Kuba.
1998 war der Hagellocher mit 35 Jahren zum ersten Mal privat auf der Insel, inzwischen kann der 61-jährige auf neun Aufenthalte zurückblicken und daher viele persönliche Anekdoten über Land, Leute, Politik und Geschichte erzählen. Was er in Kuba erlebt hat, hat ihn menschlich sehr berührt und seine persönliche Sichtweise auf das Land geprägt.
Der Diplom-Sozialpädagoge und langjährige ehemalige Leiter des „Schüli“ in der Neckarhalde ist nicht nur durch die langjährige Nachbarschaft beider Einrichtungen im gleichen Gebäude mit dem TAT verbunden, sondern schon seit vielen Jahren Mitglied im Verein.
Das Brezel-Frühstück ist offen für alle Interessierten, beginnt jeweils um 10 Uhr und endet um 12 Uhr. Gegen 10:30 Uhr beginnt das inhaltliche Programm, nach dem Vortrag ist der Raum für Fragen und Diskussion geöffnet.
Die Teilnahme an der Veranstaltung setzt keinen Konsum voraus. Kaffee gibt es kostenlos, Butterbrezeln sind für jeweils einen Euro erhältlich.
Am besten kommt man über den Hintereingang in die Räume des TAT im ersten Stock. Dazu am besten rechts am Gebäude vorbei durch die Einfahrt laufen.
Die Richtwerte für die Kosten für Unterkunft und Heizung (KdU) im Rahmen von Bürgergeld (SGB II) und Sozialhilfe (SGB XII) wurden für die Stadt und den Landkreis Tübingen mit Wirkung zum 1. Juni 2025 angehoben. (Die bisherigen Richtwerte galten ab dem Juni 2023.)
Die Richtwerte beziehen sich auf die Kaltmieten. Sie stellen gewissermaßen den ersten Prüfschritt dar, ob die gezahlte Kaltmiete im Sinne von SGB II und XII angemessen ist oder nicht. Falls das nicht der Fall ist, müssen andere Faktoren überprüft werden, z.B. die Beschaffenheit der Wohnung oder die persönliche Situation der Mieter*innen.
Die Erhöhungen der Richtwerte fallen im Verhältnis zu den Zahlen von 2023 vergleichsweise moderat aus.
Am Montag (16. Juni 2025) beginnt die Menschenrechtswoche mit dem Bürgergeld-Quiz des Tübinger Arbeitslosen-Treff (TAT) um 17 Uhr im Foodsharing-Cafe Mehrrettich in der Neckarhalde 70. Dabei können die Teilnehmenden ihr Wissen über Sozialleistungen in Deutschland und deren Rahmenbedingungen testen. Wie viele Sanktionen gab es 2023, was machen diese „Totalverweigerer“ und stehen Menschen mit Jobcenter-Leistungen wirklich 813 € im Monat zu?
Wenn Boris Palmer in der Bild-“Zeitung“ das vermeintlich zu hohe Bürgergeld kritisiert und Friedrich Merz den Bundeshaushalt durch Einsparungen bei Sozialleistungen finanzieren will, könnte die eine oder andere falsche Vorstellung aufkommen. Beim Quiz will der TAT auf unterhaltsame Weise mit falschen Vorstellungen brechen, denn am Ende gibt es eine Auflösung mit Hintergrund-Infos zur sozialpolitischen Situation in Deutschland und der Möglichkeit zur gemeinsamen Diskussion.
Wir wollen am politischen ersten Mai im Anschluss an die DGB-Demo an unserem Infostand auf dem Marktplatz mit einem Quiz über verschiedenste Bürgergeld-Mythen aufklären. Dazu dürfen die Teilnehmenden bei Multiple-Choice-Fragen ihr Wissen über die Lebensrealität von Bürgergeld-Beziehenden testen. Am Ende gibt es dann natürlich Aufklärung über die richtigen Antworten.
Die Vorbereitung dieses Quiz würden wir gerne zum Anlass nehmen, um uns mit anderen zu treffen und gemeinsam Ideen zu sammeln. Welches Vorurteil über Sozialleistungen hat euch schon immer genervt? Welche weitverbreiteten Irrtümer wollt ihr aus der Welt haben? Natürlich werden auch wir uns ein paar Fragen/Thesen überlegen, aber am schönsten wäre es doch, Betroffene oder ehemalig Betroffene zu Wort kommen zu lassen. Gerne dürfen auch Menschen kommen, die nie im Leistungsbezug waren, aber die Fake News zu Bürgergeld und Co. nicht länger ertragen und sich solidarisieren wollen.
Für ein gemeinsames Brainstorming bei Kaffee und Keksen würden wir uns gerne am kommenden Donnerstag (03. April) von 16 bis 18 Uhr im TAT (in der Neckarhalde 40 im ersten OG) treffen. Wer früher gehen möchte, kann natürlich auch früher gehen.
Wie vor allen wichtigen Wahlen nutzen wir auch 2025 die Gelegenheit unseres wöchentlichen Frühstücks am Mittwoch, um mit den Kandidierenden der demokratischen Parteien im Wahlkreis Tübingen ins Gespräch zu kommen. Aufgrund der kurzen Zeit bis zur Wahl im Februar beginnt unsere „Frühstück plus“-Reihe bereits am 8. Januar 2025.
Wir würden uns freuen, wenn die politischen Frühstücke bis zur vorgezogenen Bundestagswahl wieder viele zusätzliche Gäste in unser kleines Wohnzimmer locken, die den potentiellen künftigen Abgeordneten ein Bild von der Lebensrealität prekär lebender Menschen vermitteln können. Unser Frühstück plus bietet nicht nur die Chance die Wahlversprechen aus der Politik spezifisch zu unseren sozialen Themen abzufragen, sondern dient auch als Rückkanal zur Politik, um die Situation der von Bürgergeld betroffenen einzufangen. Im Jahr 2024 wurde viel über Bürgergeld-Beziehende gesprochen, bei uns kann man mit ihnen ins Gespräch kommen.
Es geht wie immer los um 10 Uhr, ab 10:30 Uhr sollte dann am Tisch langsam Ruhe einkehren, damit unserer Gast die Möglichkeit hat das jeweilige Programm und die sozialpolitischen Schwerpunkte vorzustellen. Gegen 11 Uhr geht das Gespräch dann idealerweise in eine offene Diskussion über, bis wir dann um 12 Uhr zum Ende kommen wollen.